Freitag, 8. Oktober 2010

576, Karl, der Juchtenkäfer, schlägt zurück.

Alle Fakten im nachfolgenden Dialog von Emmy & Walther sind belastbar und per Link (soweit verfügbar) für weitere Informationen verknüpft.


Ort des Geschehens: Gaststätte „Zur S-Bahn“

Heinrich-Grüber-Straße 1, 12621 Berlin

Fon: (030) 5627003






Ick grüße die schöne Chefin … Marlies, mein Engel, ick hätte jerne een Pils … een großes bitte.



Schön, dir mal wieder zu sehn, Walther … und dit Pils kommt sofort. Na, wie war die Woche?



Für mir oder fürs Land?



Für dir … dit Weltjeschehen mach mal nachher mit Emmy … davon verstehe ick nüscht.



Also … ick persönlich bin froh, dass die Woche mal wieder rum is. Jedenfalls hab ick mein Montagsziel erreicht … bis heute durchhalten … und denn janz in Ruhe dit Wochenende jenießen.



Ick grüße euch, meine Lieben. Marlies … een Pils bitte … groß.



Nüscht lieber als dit. Denn setz dir mal schon zu Walther und fangt an zu quatschen … ihr habt euch ja eene Woche lang nich jesehn.



So is dit. Uff unsere Buchmesse in Frankfurt am Main wern nich nur Krimis vorjestellt, da findet zur Zeit sojar eener statt … in Echtzeit.



Die lassen sich eben immer wieder neue Sachen einfalln, um die Bücher unters Volk zu bringen…



Nee, nee … keen Marketing-Gag … ick sage doch: Krimi in Echtzeit. Die argentinische Präsidentin, die als Gast die Messe besucht, wird von Jerichtsvollzieher verfolgt. Der Grund liegt da drinne, dass Argentinien vorn paar Jahre den Staatsbankrott erklärt hat, und nu sind Gläubiger uff die Idee jekommen, ihre offenen Forderungen in Frankfurt direkt bei ihr einzutreiben.



Is doch Quatsch … die Olle wird doch nich Millionen oder Milliarden in ihr Handtäschchen mit sich rumschleppen.



Dit nich … aber dit könnte durchaus sein, dass die argentinische Rejierungsmaschine beschlagnahmt wird … und denn muss sich Frau Präsidentin ne andere Mitflugjelegenheit besorgen. Dit könnte noch peinlich werden … nich nur für Argentinien.



Ick muss mal kurz störn … zwee Pils für euch … lasst dit euch schmecken, meine Lieben.



Prösterchen … uff die schönen Frauen inne S-Bahn. Nu scheint ja der Krieg in Afghanistan langsam Normalität zu werden. Jestern, inne Tagesschau, war die Spitzenmeldung nich etwa der tote Soldat und die andern Schwerverletzten, sondern Stuttgart 21. Ick sage mal so: Erst Bahnhof … denn Sterben für die Heimat.



Tja, dit is eben schon alltäglich … schließlich war dit jestern uffn Tag 9 Jahre her, dass die Nato-Truppen am Hindukusch einmarschiert sind. Und da ham sich die Bürjer inzwischen an schlechte Nachrichten jewöhnt. Kriegsminister zu Juttenberg war übrijens sehr betroffen…



Seine Olle legt ja nu ooch richtig los. Die Baroness oder wat die is, hat nich nur een Buch jeschrieben … die macht jetz ooch Fernsehen … uff RTL 2.



Ach wat? Dschungel-Camp oder Big Brother … oder so?



Nee, die macht sone Art Aktenzeichen XY … die fahndet nach Kinderschänder … also nach Pädophile. Die engagiert sich ja sowieso für Kinder, die sexuell missbraucht wurden … is ja ooch ne jute und wichtge Sache.



Aber … ick wees nich … bei RTL 2 kriegt dit son jewissen Beijeschmack. Na ejal … soll se machen. Ick bin jedenfalls erst mal froh, dass der Juchtenkäfer dit Bäumefällen in Stuttgart jestoppt hat … da, wo der Bahnhof jebaut wird.



Ja … dit isn Ding … Karl, der Käfer, schlägt zurück. Krabbeltier jejen Milliarden-Grab … und der Sechsfüßler hat erst mal jewonnen. Manchmal is dit schon richtig mystisch, dass da, wo Großbaustellen eröffnet werden, plötzlich irjend welche Lurche oder Käfer ufftauchen, die vom Aussterben bedroht sind.



Natur is eben unberechenbar. Der Geißler allerdings ooch. Der wurde jestern als Vermittler zwischen Befürworter und Gegner von Stuttgart 21 einjesetzt … denn hat der verkündet, dass Baustopp is solange wie verhandelt wird … und Mappus und Bahnchef Grube ham sofort dementiert. Die Vermittlungsjespräche fangen schon mal sehr optimistisch und vielversprechend an…



Du kannst hier nur noch den Kopp schütteln. Jestern ham se bei Kontraste een Beitrag jebracht, wie Chefarzt-Behandlung für Privat-Versicherte aussieht. Die zahln jede Menge Kohle für die Sonderbehandlung … und im Ernstfall sagt der Chefarzt mal kurz Juten Tag … die Behandlung macht dit normale Personal … allerdings mit Chefarzt-Honorar.



Und wenn sich der Patient hinterher bei seine Krankenkasse beschwert, denn kann er sich anhörn … wat meckern Sie denn rum? Wir bezahln doch die Rechnung. Mein Jott … wir ham Finanz-Reserven im Jesundheitssystem … da träumt der Rösler von.



Der will doch dit janich wissen. Aber … ick muss langsam los, Emmy. Marlies, ick hätte jerne meine Rechnung.



Denn kannste mein Zettel gleich mitbringen. Wat ick noch sagen wollte … der Gysi is mit der Führung der Linkspartei janich zufrieden … der hätte jerne den Lafontaine wieder zurück. Schönes Wochenende denn…



Und für Hardliner unter euch anne Nebentische jibs hier noch mehr schlechte Nachrichten. Also denn … gruselt euch nochn bisschen.



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