Montag, 7. März 2011

726, Der Süden wird zum Steuerparadies.

Alle Fakten im nachfolgenden Dialog von Emmy & Walther sind belastbar und per Link (soweit verfügbar) für weitere Informationen verknüpft.


Ort des Geschehens: Gaststätte „Zur S-Bahn“

Heinrich-Grüber-Straße 1, 12621 Berlin

Fon: (030) 5627003







…Marlies, wir nehm noch zwee Pils. Heute loofen die Narren langsam zur Höchstform uff…



…ick denke, der Bundestag hat letzte Woche erst beraten?



Mein Jott … ick rede von die Narren uff Zeit … von die ab 11.11. bis Fassenacht. Dit jibt ja Jegenden in Deutschland, da kannste dir bis kommenden Mittwoch nich frei bewejen. Und mitn Auto schon janich. Da sind heute die Straßen verstoppt … mit Rosenmontagsumzüje … und albern verkleidete Besoffene.



Nu hack doch nich so uff die Karnevalisten rum … die sind doch relativ unjefährlich. Und am Aschermittwoch is sowieso alles vorbei … weeste doch. Übrijens … die Chinesen trinken immer mehr Rotwein. Und wenn die sich demnächst mal richtig die Kante jeben, denn wird nich nur dit Erdöl knapp.



Nu fang doch nich schon wieder mit dit Benzin an. Wenn ick bloß an dit Chaos mit dem neuen E-10 denke, da jeht mir sofort der Motor aus. Ick verstehe nich, dass unsere Politiker einfach keene Jesetze zustande bringen, die sinnvoll sind. Und inzwischen jibs vonne Autoindustrie sojar die Befürchtung, dass überhaupt keene Motore dit Zeug langfristig vertragen.



Warten wir den Benzinjipfel ab … Brüderle und Röttgen wern dit schon machen. Für Strom jibs jetz übrijens eene Alternative. Allerdings musste am Fluss wohnen … oder nich weiter weg, als deine längste Verlängerungsschnur lang is. In Meck-Pomm wird jetz son schwimmendes Kraftwerk jetestet … und die Erjebnisse sind janich so schlecht.



Momentchen bitte … eure zwee Pils sind fertig. Prost, meine Lieben.



Uff die schönen Frauen inne S-Bahn. Der Süden Deutschlands wird nach und nach zum Steuerparadies. Da wird dit Personal vonne Finanzämter immer mehr ausjedünnt … zur Freude der Unternehmen und der Viel-Verdiener. Die paar Hansel, die da noch inne Steuerfahndung rum sitzen, die sind restlos überfordert.



Der zu Juttenberg hat doch sein Familiensitz ooch in Bayern…



Ja, aber Steuerhinterziehung will ick ihm nu nich ooch noch vorwerfen … obwohl … man kann ja nie wissen. Olle Karl-Theodor hatte letztes Wochenende schon jenug Spott zu ertrage.



Du meinst die Demos … für und jejen ihn. Die Unterstützer warn eindeutig inne Minderheit … außer in sein Dorf da. Aber ick sage dir, Walther, inne Wissenschaft wird ville untern Teppich jekehrt … nich nur bei unsern Lüjen-Baron. Sagt dir der Name Manning im Moment wat?



Manning … Manning … is dit nich der US-Soldat, der dit Irak-Video mit dem Mordanschlag uff Zivilisten an Wikileaks weiterjeleitet haben soll?



Jenau von dem rede ick. Die Anklageschrift jejen den wurde um 22 Anklagepunkte erweitert. Dit isn Skandal … die Mörder loofen frei rum … und den armen Kerl hamse am Arsch … aber richtig. Mein Jott, wo sind wir bloß hinjekommen? Da müsste doch nu Friedensnobelpreisträger Obama endlich mal dazwischen haun. Und Merkel müsste fordern, dass sowat, wat die Soldaten da jemacht haben, als Kriegverbrechen anjeklagt wird.



Da kannste lange druff warten. Nimm doch bloß mal den Kurnaz, dit is der Deutsche mit Migrationshintergrund, der ooch fürn paar Jahre in Guantanamo war. Der wurde nach eijene Aussagen mit Medikamente jefoltert. Aber jut … wir beede könn die Welt nich besser machen. Ick muss langsam los. Marlies, meine Rechnung bitte.



Denn kannste mein Zettel gleich mitbringen…



Für die janz Harten unter euch, die einfach nich jenug von schlechte Nachrichten kriejen können, jibs hier noch mehr davon. Also denn … gruselt euch nochn bisschen…



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Kommentare:

  1. Prost Emmy, prost Walther,

    am Wochenende habe ich meine Benzinkutsche lieber noch mal mit dem normalen Super vollgetankt. Dem armen Karl Theodor traue ich keine Steuerhinterziehung zu. Da muss man nämlich mit fast allen Wassern gewaschen sein. Das die FinanzbeamtenInnen in Süddeutschland so ausgedünnt werden, liegt daran, dass Baden-Würtemberg, Bayern und Hessen kein Geld für die armen Bundesländer wie Berlin, Bremen oder Saarland eintreiben wollen. Denn wenn die Südländer die Steuern richtig eintreiben würden, müssten sie das "überflüssige" Geld an die armen Bundesländer abgeben.

    Ich bin niedersächsischer Finanzbeamter. Auch mein "Chef", der niedersächsische Finanzminister Hartmut Möllring streicht kräftig die Dienstposten in seiner Finanzverwaltung. Denn Niedersachsen will auch nicht Steuereinnahmen an die armen Bundesländer abgeben.

    Ahoi
    Holger
    PS: Das ist der Karnevalsruf in Bremerhaven.

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  2. Mein Jott, Walther ... ähhhh Holger. Ick fasse dit nich ... Du bist Finanzbeamter. Aber ick kann Dir trotzdem richtig jut leiden. Nee, ick habe keene Probleme mit Finanzämter ... im Jejenteil ... dit für mir zuständige Finanzamt Marzahn-Hellersdorf wurde vor zwee Jahre als bestes und kundenfreundlichstes von Berlin ausjezeichnet. Da hab ick denn bei mein nächsten Besuch ne Pulle Sekt mitjenommen. Aber die ham nur meine Glückwünsche entjejen jenommen ... den Sekt hamse mir wieder mitjejeben.
    Interessant, wat Du zu die Personalpolitik sagst. Sehr interessant. Aber ick kann mir ooch an Fälle erinnern, wo Steuerfahnder in Ruhestand versetzt wurden, weilse die Reichen zu sehr uffn Sack jejangen sind.
    Aber ... is ja ejal.
    Ob dit in Berlin een Karnevalsruf jibt, dit wees ick nich. Also rufe ick Ahoi zurück anne Küste!

    Lass uns noch schnell anstoßen!
    Prost, mein Lieber

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  3. So langsam beschleicht mich mehr und mehr die Erkenntnis, dass das Votum des Nobelpreiskommitees für Herrn Obama eine grandiose Fehlentscheidung war. Ich an seiner Stelle hätte entweder den Amis den ganzen Laden schon lange vor die Füße geworfen, und hätte denen gesagt: "I can! But thinking, that WE CAN was one of the biggest mistakes I ever made!!!", oder ich hätte den Nobelpreis zurückgegeben, weil Frieden in den USA und mit der Welt nicht möglich ist, solange es im Land der beschränkten Möglichkeiten zu viele Republikaner gibt.

    Gruß von der Nordseeküste,
    juwi

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