Freitag, 12. Februar 2010

338, Westerwelle zündelt wie Kaiser Nero.

Alle Fakten im nachfolgenden Dialog von Emmy & Walther sind belastbar und per Link (soweit vorhanden und mit ! = besonders empfehlenswert) für weitere Informationen verknüpft.


Ort des Geschehens: Gaststätte „Zur S-Bahn“

Heinrich-Grüber-Straße 1, 12621 Berlin

Fon: (030) 5627003






Susan, ick grüße dir … ick muss mir erst mal hier vorne den Schnee vonne Jacke kloppen … so, die Seite ooch noch … dit Wetter jeht mir voll uffn Zünder … ick kann zu Hause janich so schnell fejen, wie allet wieder zuschneit.



Biste heute nur zum Quatschen jekommen … oder nimmste oochn Pils?



Nich nur een Pils … ick nehme ooch een Küsschen … falls noch eens da is.



Du warst ja heute noch nich hier … also müsste noch eens da sein … siehste, hat doch jeklappt. Und nu setz dir hin … ick hab zu tun.



Ick grüße euch, meine Lieben. Susan, ick nehm heute mal wieder een Grog … Pils erst nachher … ick brauche erst mal wat Warmes im Bauch.



Keen Problem, Emmy … setz dir zu Walther, und denn fangt beede schon mal an zu quatschen.



Dit machen wir. Sag mal, Walther … ob der Westerwelle morjens eijentlich noch die Zeitungen liest? Der muss doch schon schweißjebadet sein, wenner zum Briefkasten jeht und die Dinger rausnimmt. Der is doch uff jede Titelseite … außer bei Bild. Da is ja jetz die nächsten drei Wochen Boris Becker druff … weil der wat Unglaubliches jeschafft hat … ne Heldentat … wat sage ick … dem is ne Sensation jelungen: Der is Vater jeworden.



Um trotzdem noch mal uff den Westerwelle zurückzukommen … der muss ja derzeit so ville Hohn und Spott ertragen … der kann einem ja fast schon leidtun. Olle Gabriel hat dit so formuliert: Westerwelle zündelt wie Nero. Und du weest ja, dass der mal Rom anjezündet hat ... und dazu Lyra jespielt und jesungen.



Nero war eben oochn Schönjeist … und nich janz dicht im Kopp. Aber Westerwelle kriegt ja Dampf von alle Seiten … jut, dass die Opposition uff dem rumhackt, dit is ja normal … aber dasser aus die eijenen Reihen Feuer kriegt, dit is für den sicher neu. Und vonne CDU/CSU jibs ooch jenug hinter die Ohren.



Wenn der so weiter macht, denn redet der sich um Kopp und Kragen ... also, wat die Wähler betrifft. Die FDP hat Jahrzehnte jebraucht, um uff über 14 Prozent zu kommen und Westerwelle nur 100 Tage, um dit Erjebnis fast zu halbieren … dit is doch ne Klasse-Leistung. In NRW, wo demnächst jewählt wird, kommt die FDP sojar nur noch uff sechs Prozent … da bleiben ja bis Mai noch mal 100 Tage Zeit, um anne 5-Prozent-Hürde zu scheitern.



Lasst euch mal kurz unterbrechen … ick hab hier zwee Pils für euch … lasst dit euch schmecken, meine Lieben. Prösterchen.



Prost, meine Lieben … uff euch beede. Hör mir uff mit die FDP … die kannste doch komplett verjessen. Ick sage bloß Rösler. Unser Jesundheitsminister is jetz dafür, dass die Rechnungskontrollen von Krankenhäusern durch die Krankenkassen einjeschränkt (!) werden sollen ... anjeblich zu viel Verwaltungsuffwand. Und sein bester Kumpel is Chef von een Krankenhausverband. Een Schelm, der dabei keene Nachtigal trapsen hört…



Du, bei Arzt- und Krankenhausrechnungen liegt für die Kassen so ville Einsparpotential … da könnten se die Beiträje glatt senken. Mein Martin is ja privat versichert … der kriegt immer die Rechnungen zur Überweisung zujeschickt … der schüttelt jedes Mal den Kopp, wenner sieht, wie krank er is … und wat die bei ihm allet untersucht haben. Der sagt immer, dasser wahrscheinlich in Vollnarkose oder hypnotisiert war, als er da im Behandlungszimmer jesessen hat.



So is dit, Emmy. Und der Rösler will die Kontrollen weiter lockern … dit heißt, dass denn bald jedes Krankenhaus und jede hoch technisierte Arztpraxis ne Außenstelle vonne Bundesdruckerei is … und da wern nich nur Briefmarken jedruckt…



Die Bayern LB hat im letzten Jahr rund 3 Milliarden Euro versenkt … einfach so ... jeschätzt … Auskunft darüber jeben se nämlich nich … jedenfalls nich öffentlich. Aber dit Jeld wolln se vonne Öffentlichkeit.



Hör mir uff mitte Banken … da jibs doch schon wieder son paar janz pfiffige Spekulanten, die da druff jewettet haben, dass Griechenland Pleite jeht. Und weil nu die EU jesagt hat, dasse den Griechen zur Seite steht, fällt jetz der Euro. Ick sage dir … wenn die Politik da nich endlich mal dazwischen haut … aber richtig … denn richten die Typen allet zugrunde, wat irjendwie mit Jeld und Wirtschaft zu tun hat.



Die Zahl der Selbstanzeijen von Steuerflüchtlinge inne Schweiz is übrijens kräftig jestiegen … schon mehr als 400 ham Abbitte jetan … und die CDs wern immer mehr, die der Staat anjeboten kriegt. Da könnte noch een richtig warmer Rejen über Schäuble niederjehn.



Dit Perverse is ja bloß, dass die ne Straftat bejangen haben … und durch die Selbstanzeije könn se sich vor Strafe schützen … mal abjesehn vonne Jeldstrafe. Dit is unjefähr so, als würde ick een Auto klaun … und wenn ick mir denn bei die Polizei stelle, denn brauche ick nur den Sprit bezahlen, den ick verfahren habe. Also … mit Jerechtigkeit hat dit jedenfalls nüscht zu tun.



Ick bestelle erst mal noch wat zu trinken. Susan, wir nehm noch mal zwee Pils … wenns recht is.



Is sehr recht … ick mache mir sofort anne Arbeit … quatscht mal nochn bisschen … so drei, vier Minuten dauert dit noch.



Keen Problem, Susan, die Themen liejen ja quasi uff die Straße. Die Erika Steinbach vom Bund der Vertriebenen hat sich jestern nu wohl mitte Bundesrejierung jeeinigt, wat ihrn Sitz im Stiftungsrat betrifft.



Jeeinigt is jut. Die Steinbach hat durchjesetzt, dass een parlamentarisch beschlossenes Jesetz uff Druck von ihrn Verband jeändert werden muss, weil jede andere Einijung von die blockiert wurde. Die Olle hat die Rejierung sozusagen vorjeführt und ihrn sturen Kopp durchjesetzt. Die verzichtet nu also uff ihrn Sitz im Präsidium vom Stiftungsrat … aber zum sehr hohen Preis. Der Bund der Vertriebenen kriegt da jetz sechs Sitze statt drei … und die Rejierung verzichtet uff weitjehende Mitsprache bei inhaltliche Fragen. Und Erika Steinbach kann sich jetz vor ihrn Verband hinstellen und den Westerwelle machen: Versprochen … jehalten!



So … zwee Pils noch mal für euch, meine Lieben … lasst dit euch schmecken … Prösterchen.



Prost, Susan … Prost, Walther. In Russland hamse een Massenmörder festjenommen. Der soll mindestens 18 Leute in Züje umjebracht haben.



Wie hatter denn dit jemacht … und vor allem warum? Dem wird dit ja nich um die Fahrkarten jejangen sein … oder doch?



Nee, der hat sich sich als frischjebackener Vater ausjejeben und die Leute zum Schnaps einjeladen … und dit Jesöff war mit starke Beruhigungsmittel versetzt. Tja … und denn, wenn die langsam dahin jedämmert sind, hatter die ausjeraubt … und sich verpisst. Und weil dit ähnlich mysteriöse Todesfälle ooch uff andere Bahnstrecken jejeben hat, vermutet die Polizei, dass dit eventuell ne Bande is, die da ihr Unwesen treibt.



Oder … der Typ is Vielfahrer jewesen. Also … ick hab jedenfalls verstanden: Vorsicht bei Bahnfahrten … und keen Schnaps von andere Leute annehmen … man kann die ja ooch mitn Handschlag oder mit Schulterkloppen beglückwünschen.



Du sagst dit … ick muss aber trotzdem langsam los. Susan, mach doch bitte meine Rechnung fertig … ick haue jetz nämlich ab.



Denn kannste mein Zettel mitbringen, mein Engelchen … ick jehe gleich mit.



So … Grog kostet ooch 1 Euro 70 … dit macht also … wie fast immer … 3 Euro 40 für jeden. Und denn wünsche ick euch noch een schönes Wochenende … erholt euch und sammelt Kraft für die nächste Woche … da hat Thorsten denn Dienst.



Danke, mein Engel … und die juten Wünsche jebe ick ooch anne Nebentische weiter … schönes Wochenende alle zusammen…










Kommentare:

  1. Hallo Frank,

    danke für deinen Kommentar in "juwi's welt".

    Dein Artikel "Westerwelle zündelt wie Nero" hat mich an einigen Stellen regelrecht zum Lachen gebracht. Wenn deine anderen Beiträge im gleichen Stil geschrieben sind, dann haben deine Emmy und dein Walther gute Chancen, zu meiner täglichen Lektüre zu werden.

    Gruß von der Nordseeküste nach Berlin,
    juwi

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  2. Da musste uns beede mal erleben, wenn wir so richtig in Fahrt jekommen sind ... heute jing dit ja noch relativ jesittet zu. Hier sind schon Worte jefalln, da kannste nur hoffen, dass anne Nebentische keener zuhört. Aber weeste, wir jeben ja nur dit wider, wat unsere Laienspieler mit Mutti anne Spitze jeden Tag so anstellen ... allerdings mit unsere Worte. Du kannst jerne mal wieder vorbei kiecken ... daruff freun sich

    Emmy & Walther

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