Donnerstag, 4. März 2010

358, Volkssolidarität schröpft Rentner.

Alle Fakten im nachfolgenden Dialog von Emmy & Walther sind belastbar und per Link (soweit vorhanden und mit ! = besonders empfehlenswert) für weitere Informationen verknüpft.


Ort des Geschehens: Gaststätte „Zur S-Bahn“

Heinrich-Grüber-Straße 1, 12621 Berlin

Fon: (030) 5627003






Ick werd verrückt … die Sonne scheint … und die schöne Chefin serviert. Marlies, mein Engel, ick grüße dir. Een Pils hätte ick jerne … und ne Sonderbehandlung für extreme Stammjäste.



Wat denn nu … soll ick dir den Rücken massiern?



Nee, dit is nich nötig … aber son Begrüßungsküsschen uff die Wange wäre schon nich schlecht.



Immer diese Extra-Wünsche … so, nu jib Ruhe und setz dir hin … ick muss mir um dein Pils kümmern.



Mach dit, mein Schatz … aber jeh die janze Sache ruhig an … bloß keene Hektik um die Uhrzeit.



Son kleenes Pils bringt mir nich aus die Ruhe … da müsste jetz schon een Reisebus kommen mit 40 Jäste, die alle Eisbein essen wolln. Aber zum Glück is keen Reisebus weit und breit zu sehen.



Ihr habt wohl nich jenug Eisbeene?



So is dit, Walther … im Moment sind nur noch dreie da … aber mein Norbert is grade einkoofen … und denn wird heute noch janz frisch jekocht.



Ick grüße euch, meine Lieben. Marlies … ick nehme een Pils heute … mit schön ville Schaum druff.



Ick jeb mir Mühe, Emmy. Setz dir mal zu Walther … und denn fangt beede an zu quatschen … denn kann ick hier unjestört meine Arbeit machen.



So machen wir dit, Marlies. Jestern hat der Heiner Geißler vonne CDU sein 80. Jeburtstag jefeiert. Und da hatter sich gleich mal wieder zu Wort jemeldet … mit Kritik anne katholische Kirche. Als ehemaliger Jesuitenschüler kennt der sich ja uff dem Jebiet sehr jut aus. Verlogene Sexual-Moral hatter die vorjeworfen … und dit stimmt ja ooch.



Die Staatsanwaltschaft hat inne letzten Tage een Kloster durchsucht … in Bayern … in Ettal ... und Unterlagen beschlagnahmt. Die Abtei hat aber ne andere Wortwahl jetroffen … die ham von Ortsbegehung jesprochen.



Da jeht die janze Verlogenheit der Kirche doch nahtlos weiter … die versuchen uff Biejen und Brechen, die janze Anjelejenheit runterzuspieln und zu verniedlichen. Ne Hausdurchsuchung als Ortsbejehung zu bezeichnen … da musste erstmal druff kommen.



So … meine Lieben … da bin ick schon mit frische Jetränke. Lasst dit euch schmecken … Prösterchen.



Uff die schönen Frauen inne S-Bahn. Prost. Letzten Dienstag lief im ZDF eene Reportage über Kriegs-Heimkehrer aus Afghanistan … und wie die hier versuchen, ihre schrecklichen Erlebnisse zu verarbeiten. Da müssen janze Heerscharen von Psychologen ran, um die Soldaten wieder uff den Boden der Realität zu stelln.



Nu stell dir mal vor, wat die Afghanen zu verarbeiten haben, die ham die Scheiße da schon seit acht Jahre am Hals … und Psychologen … die wissen janich, wat dit is. Während unsere Soldaten zur Kur fahrn können, müssen die da unten weiter in ihre zerbombten Häuser leben und zusehn, wiese den nächsten Angriff überstehn.



Unsere Politiker, die da immer mehr Soldaten hinschicken, müssten die Hände abfauln, mit diese für den Krieg am Hindukusch jestimmt haben. Aber ick gloobe, die schalten bei sone Sendungen (!) gleich weg. Die wolln nämlich janich wissen, watse da anjerichtet haben.



Die ham ja keene Zeit zum Fernsehen … die Damen und Herren Abjeordnete. Die müssen sich ja rumstreiten. Inne Koalition fliejen schon wieder die Fetzen … ob Kopfpauschale oder die Umsetzung vom Urteil des Bundesverfassungsjericht zur Vorratsdatenspeicherung … die haun sich wie die Kesselflicker.



Dit is ja noch schlimmer. Im Moment is die CSU dabei, sich selbst zu zerfleischen. Wejen Kopfpauschale ja oder nee … die Mitglieder jejen Söder und Seehofer. Ick denke mal, olle Strauß wird oben uff Wolke 7 Amok loofen … der kann janich so ville Manna saufen, um sich seine jeliebte CSU wieder schönzutrinken. Dit is zum Bepinkeln mit unsere großen Strategen … also von alle Koalitionspartner. Und die Wirtschaft wird langsam stinksauer wejen die ewigen Streitereien. Die Wirtschaft verlangt, dass nu mal endlich Schluss is mit dit kindische Jezänk … und jehandelt wird. Zu tun jibs wahrlich mehr als jenug.



Dit nächste Drama hat doch bejonnen. Die Koalition hat ne Jesetzesänderung zur Solarförderung uffn Weg jebracht, wonach die staatlichen Zuschüsse zwischen 15 und 16 Prozent jekürzt werden. Und wat is? Natürlich Streit. Wennde dir mal irjendwann wunderst, warum meine Stirn so flach is, dit liegt daran, dass ick mir unentwegt an Kopp fasse. Ick traue mir ja kaum noch, die Nachrichten anzuhörn ... oder Zeitung zu lesen.



Ick bestelle erst mal noch wat zu trinken. Marlies, mein Engelchen, wir hätten jerne noch zwee Pils … serviert von dein zarten Hände.



Hör uff mit die Rumschleimerei. Dit mit die Pils jeht in Ordnung … ick hoffe, ihr habt noch dit eene oder andere Thema uff Lager.



So is dit, Marlies. Wir könnten hier Tag und Nacht sitzen … so ville jibt dit zu bequatschen. Über Griechenland ham wir beede zum Beispiel noch janich jeredet. Die haun da unsere Euros inne Sonne uffn Kopp … und wir müssen uns hier den janzen Tag krummlejen. Ick hab bisher janich jewusst, wat da los is mit Korruption, Steuerhinterziehung, Vetternwirtschaft … da musste sojar Ärzte Jeld inne Hand drücken, wennde behandelt werden willst. Dit is nich zu fassen.



Na jut, bei uns musste eben Praxisjebühr zahlen oder Igel-Leistungen dazukoofen. Ohne Zuzahlung kommst du doch bei keen Art mehr ins Behandlungszimmer. Meine Zahnärztin redet mehr von Jeld als ick überhaupt Zähne im Mund habe. Wenn ick da mal ohne Versicherungskarte hinkomme, denn is dit nich weiter schlimm … aber wehe, ick hab meine Jeldkarte verjessen … denn kann ick gleich wieder wegtreten. Aber zurück zu Griechenland. Die Rejierung will ja dort nu wohl durchgreifen … und anjeblich ham die Griechen dafür sojar Verständnis. Na, ick bin jespannt.



So … da bin ick denn mal wieder … und frische Jetränke habe ick ooch mitjebracht. Sehr zum Wohle, meine Lieben. Prösterchen.



Und noch mal uff die schönen Frauen inne S-Bahn. Prost. Stell dir mal vor, Emmy, Die Volkssolidarität hat unsere ollen Leutchen … also die Rentner … dit Jeld aus die Taschen jezogen und denn verballert … und zwar in Größenordnungen.



Mein Jott, die Volkssolidarität is doch so ziemlich die einzije soziale Sache, die wir aus der DDR rüberretten konnten. Und nu dit?



Jenau … die ham janz schnell jelernt. Die ham für anjeblich sichere Jeldanlagen mindestens 5 Prozent Rendite in Aussicht jestellt … und ne Bevorzugung bei der Verjabe von Heimplätze für Pflegeeinrichtungen. Und die Alten ham da also ihre janzen Sparstrümpfe hinjetragen und ausjeschüttet … und nu is dit Jeld weg.



Und … wo isset hin?



Verspekuliert … janz einfach. Der Fond is pleite … und dit Jeld is weg.



Nu haste mein Vertrauen in die Volkssolidarität ooch noch erschüttert. Und ick hab mal jedacht, dass ick da im Alter jut uffjehoben bin. Ach, Walther … is dit alles een Elend…



So is dit, Emmy … aber ick muss langsam los. Marlies, mach doch bitte meine Rechnung fertig.



Denn bring doch mein Zettel gleich mit … ick mach mir ebenfalls uff die Socken … is ja schon wieder janz schön spät jeworden heute…







Kommentare:

  1. Hallo Freunde!
    Da gibt es einen interessanten Artikel im ND und in STERN de zum Thema Giechenland.
    "Ungebetener Rat aus Deutschland:Griechenland soll Inseln verkaufen."
    Ich würde mich freuen am Montag was von Euch zu diesem Thema zu hören.
    Beste Grüsse! H.

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  2. zu Nr. 358:

    Ja,ja die gute Volkssolidarität: Die Guten Kämpfer für soziale Gerechtigkeit schafft es sogar, einige Ihrer Mitarbeiter in de Pflege für knapp über 7,-Euros arbeiten zu lassen...

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