Donnerstag, 14. Januar 2010

309, Die deutsche Wirtschaft ist im Sinkflug.

Alle Fakten im nachfolgenden Dialog von Emmy & Walther sind belastbar und per Link (soweit vorhanden) und mit (!) besonders empfehlenswert für weitere Informationen verknüpft.


Ort des Geschehens: Gaststätte „Zur S-Bahn“

Heinrich-Grüber-Straße 1, 12621 Berlin

Fon: (030) 5627003




Die schöne Chefin is heute wieder da … Marlies, mein Engelchen … ick grüße dir. Küsschen bitte und Pils … schon bin ick zufrieden jestellt.



Hallo Walther … ick grüße dir ebenfalls … Küsschen jeht schnell … Pils dauert nochn Moment.



Küsschen könnte ooch länger dauern, wenn ick dit mal so sagen darf.



Denn wäre dit aber keen Küsschen mehr, sondern een Kuss. Und damit fang wir erst janich an … Küsse kriegt von mir nur Norbert.



Ach ja … Chef müsste man sein. Na jut … ick setz mir mal schon hin, meine Kleene, und denn kiecke ick dirn bisschen beim Zappen zu.



Hoffentlich kommt Emmy bald … ick fühle mir nämlich beobachtet … so vonne Seite sozusagen.



Die wird wahrscheinlich hier irjendwo durchn Schnee stappen … immer Richtung S-Bahn. Ach … da kommt ihre Mütze die Treppe hoch … denn is Emmy bestimmt nich mehr weit weg…



Tachchen, meine Lieben … Marlies … een Pils hätte ick jerne.



Dit mache ick aber sofort für dir … setz dir zu dein Walther … und denn fangt schon mal an zu quatschen … ihr beede.



Jetz is die Woche fast rum … noch eenmal arbeiten … und schon is wieder Wochenende. Ick hab dit Jefühl, die Zeit verjeht immer schneller. Jestern wurde übrijens der Prozess jejen Ernst August fortjesetzt.



Jejen wat fürn Aujust? Muss man denn kennen?



Ernst August von Hannover. Kennste den nich? Der hat den Spitznamen Prüjel-Prinz … oder ooch Pinkel-Prinz. Der verprüjelt ab und zu mal Reporter, Fotografen oder Disko-Betreiber … und zur Eröffnung der Expo in Hannover hatter jejen ne Fassade jepinkelt … und sich dabei fotografieren lassen … heimlich natürlich. Dit is übrijens der Urenkel von Kaiser Wilhelm, dem zweeten.


Da könn wir ja von Glück reden, dass die Monarchie in Deutschland abjeschafft wurde … sonst würde der Typ hier uffn Thron sitzen und uns rejieren. Mir reicht schon dit Theater mit Merkel und ihre Chaos-Truppe.



Ick muss mal kurz störn, meine Lieben … ick hab hier zwee leckere Pils für euch … lasst dit euch schmecken … Prösterchen.



Uff die schönen Frauen … Prost, uff meine beeden Herzdamen. Und warum steht der vor Jericht?



Der hat anjeblich een Diskobetreiber mitn Schlagring ins Krankenhaus jeprüjelt … aber Ernst August streitet dit ab … er hätte ihm bloß drei Ohrfeijen jejeben … weil die Musik so laut war … und da fühlten sich die kaiserlichen Jehörgänge belästigt. Und jestern hat seine Frau Caroline von Monaco ausjesagt … und ihrm Prinzen zur Seite jestanden, obwohl der grade fremd jejangen is.



Mit wat fürne Scheiße du dir allet beschäftigst … dit is nich zu fassen. Die katholische Kirche hat übrijens sone Art Krisentelefon einjerichtet … sone Hotline, wie dit wohl jetz heißt.



Kann man da anrufen, wenn man vom rechten Glauben abjefalln is … oder wozu is dit?



Dit is für Heimkinder, die zwischen 1945 bis in die 70-er Jahre da unter grausamste Bedingungen uffjewachsen und erzogen worden sind. Die Kinder wurden jeprügelt, jezüchtigt, zur Kinderarbeit ranjezogen … sojar sexuell missbraucht … dit warn Zustände wie im Mittelalter … aber wenigstens im Namen Jottes.



Hör doch mal uff, Walther … dit hört sich ja schlimmer an, als wie in die Werkhöfe im Osten … da solln ja ähnliche Zustände jeherrscht haben.



Dit stimmt schon … mit Samthandschuhe wurden die inne Werkhöfe nich anjefasst … aber von sone Zustände in normale Kinderheime inne DDR hab ick jedenfalls bisher noch nüscht jehört. Ejal, die katholische Kirche will sich jedenfalls entschuldijen … und Betroffene könn sich da jetz per Telefon melden.



In Afghanistan sind 2009 so ville Zivilisten ums Leben wie in noch keen anderet Jahr davor. Mehr als 2.400 … nach offizielle Anjaben … dit is ne Steijerung von über 40 Prozent jejenüber 2008. Die Leute da ham den Krieg sowat von satt … dit kann sich bei uns keener vorstelln. Und noch immer is keen Ende in Sicht.



Stimmt. Und durch die Neujahrsansprache von die Bischöfin Käßmann is ja da ne richtije öffentliche Diskussion in Jang jekommen. Der Nachtwei vonne Grünen, der war mal wehrpolitischer Sprecher, der hat ihrn offenen Brief jeschrieben unter dem Motto „Danke, dass Sie Anstoß gegeben haben!“. Der macht schon nachdenklich. Na, ick bin jespannt, wat bei die Afghanistan-Konferenz rauskommt, die Ende Januar in London stattfindet.



Ick hab Durscht, Walther … ick bestelle mal noch wat zu trinken. Marlies … wir hätten jerne noch ne Runde Pils.



Keen Problem … dit jeht sofort los. Ick hoffe, die Themen sind euch noch nich ausjejangen … ick mache zwar uff flotten Zapphahn … aber hexen kann ick eben ooch nich.



Mach in Ruhe, Marlies … bloß nich hetzen. Mutti hat jestern anjeblich in Sachen Steuern een Machtwort jesprochen … die hat sich voll hinter die Steuersenkungspläne vonne FDP jestellt … konkrete Summen hatse aber nich jenannt.



Und fast zeitgleich hat Finanzminister Schäuble jesagt, dass dit mit ihm nich zu machen is. Und der hat im Kabinett immerhin als einzijer Minister een Veto-Recht … dit jeht doch wieder allet aus wiet Hornbacher Schießen, sage ick dir.



Die Koalition hat laut Umfrage inne Bevölkerung ihre Mehrheit verloren.



Wundert dir dit? Also mir jedenfalls nich. Die zanken sich doch, seit die Tinte unter ihrn Koalitionsvertrag trocken war. Und jeder erzählt wat anderet. Ick kann mir an keene Rejierung erinnern, wo dit derart drunter und drüber jing.



In Bayern is die CSU ooch weiter uffn absteigenden Ast … die komm nur noch uff jut 40 Prozent … für den Seehofer ist dit die reinste Katastrophe.



Macht mal kurz Pause … ick will bloß schnell die Jetränke abstelln … Prösterchen, meine Lieben.



Uff meine Lieblingsfrauen hier inne S-Bahn. Prösterchen. Der Söder stänkert ja in Bayern noch zusätzlich rum … der will sich als Nachfoljer von Seehofer ins Spiel bringen … dit is een Intrigant vom feinsten, kann ick dir sagen. Der Typ is mir sowat von unanjenehm … so schmierig und durchtrieben … der passt eijentlich so richtig zu die janze Muschpoke vonne CSU … Strauß … Stoiber usw. … allet Amigos … käuflich … durchtrieben … einfach ekelhaft…



Mein Jott, jetz haste dit die Bayern aber jejeben … hoffentlich sitzt keener von die anne Nebentische.



Jejen die Bayern an sich hab ick janüscht … aber die Politiker von die … also nee … ick wundere mir, dass der Koch aus Hessen keen Bayer is … der würde da jut mit rinpassen … in diese völlig verlogene und durchtrieben Truppe … und der Söder…



…nu fang doch nich schon wieder mit dem an. Die deutsche Wirtschaft is übrijens im Sinkflug. Letztet Jahr jing dit Bruttoinlandsprodukt um 5 Prozent zurück … dit war der stärkste Rückjang seit Kriegsende … stell dir dit mal vor.



Na, dit war doch abzusehn, dass die Krise nich an Deutschland vorbei jeht … warum ooch? Dit Schlimme is bloß, dass unsere Politiker keene Konsequenzen ziehen … die lassen dit allet loofen … der Markt wird’s schon richten.



Und wenn nich, denn macht Mutti wieder unser Steuersäckel uff und greift da janz tief rin.



Ick muss langsam los, Emmy. Marlies, ick hätte jerne die Rechnung.



Denn bring doch mein Zettel gleich mit, meine Kleene.



Noch eens, Emmy. Falls du jestern „hart aber fair“ verpasst hast … dit musste dir unbedingt noch ankiecken … da hattense die selben Jäste einjeladen, dit unmittelbar nach die Bundestagswahl am 27. September da schon jesessen hatten … und die ham jestern ne 100-Tage-Bilanz von Schwarz-Jelb jezogen. Du … ick hab jedacht, die übertragen da unsern Stammtisch direkt inne ARD … nimm dir die jute Stunde Zeit … du wirst dir nich bereuen










Noch Lust auf ein Rätsel? Dann lassen Sie sich bloß nicht abhalten.






Kommentare:

  1. Da könn wir ja von Glück reden, dass die Monarchie in Deutschland abjeschafft wurde … sonst würde der Typ hier uffn Thron sitzen und uns rejieren.

    S'dud mer ja leid, aber der Ernscht Auguschd wär inner deutsche Monarchie gar nix. Der Bismarck had nämlich sein Urururgroßvadder als Könich von Hannover abgsedzsd. 1866 war des. Und daß no die Dochter vom Kaiser Wilhelm (II.) den Herzog Ernscht Auguschd zu Braunschweig un Lüneburg g'heiraded had, had nix zum Sage.

    Wenn mer d'Monarchie hädde, no wär der Kaiserururenkel Georg Friedrich (*1976) Kaiser und der Ernschd Auguscht wäre eben gar nix, bloß de Moa von der Prinzessin Caroline.

    Vielleichd isch des ja au des Broblem vom Ernschd Auguscht, daß hald bloß Prinz von Hannover isch.

    AntwortenLöschen
  2. Na, wenn dit so is, denn bin ick ja beruhigt. Ick bin eben im Osten uffjewachsen ... und da ham die uns in Sachen Monarchie nich wirklich uffn Loofenden jehalten. Wir hatten zwar ooch Könige ... jedenfalls hamse sich so uffjeführt ... aber jenannt hamse sich anders ... Jeneralsekretät und so. Zum Glück ... und dit wees ick verbindlich ... jabs da aber keene Erfolje.
    Ick hab mir übrijens riesig über deinen Kommentar jefreut. Wennde mal in Berlin bist, denn lade ick dir uffn Bier in die S-Bahn ein. Versprochen! Walther

    AntwortenLöschen
  3. @Für's Ländle

    ..grossardig!

    AntwortenLöschen
  4. Danke schee fir dia Eiladung. Ich nemmse gern oa und werd' me melde, wenne nach Berlin komm. I mag nämlich Berlin ganz arg, au wemmer Stuagert besser gfälld. Soviel Lokalpadriodismus muaß sei. :))

    AntwortenLöschen
  5. @Für's Ländle
    Se wisset aber scho dass d'Schwoba en Berlin die drittgrescht ethnisch Minderhoit senn, oder?

    AntwortenLöschen
  6. Hajo, des weiß'e scho. Mir isch sogar bekannd, daß die KDP (Kreuzberger Patriotischen Demokraten) mol an Zuzugsstob für Schwoaba im Pardeibrogramm kett had. Aber des isch scho a bißle was her.

    Seither gibd's doch au Weggle in Kreuzberg, odder?

    AntwortenLöschen
  7. Hallo, ihr beede ... ick freue mir, dass ihr hier in mein Blog so rumschwäbelt ... dit zeigt doch, dass Emmy und icke durchaus Potential zu ne jewisse Internationalität haben.
    Schöne Grüße von Walther

    AntwortenLöschen
  8. @Für' Ländle

    ...scho, aber ebbe koine Kirchweggle ;-)

    AntwortenLöschen
  9. ...allerdings würde ich es nie wagen einer Berliner Bäckereifachverkäuferin ein "Weggle" abzuverlangen. Vor nun bald 20 Jahren wurde mir die "Schrippe" von den besagten Fachkräften quasi eingebleut!

    AntwortenLöschen